MOSKAU, 27. April (BelTA) – Der Direktor des Belarussischen Instituts für Strategische Studien (BISI), Oleg Makarow, hat auf der internationalen wissenschaftlich-praktischen Konferenz „Konturen einer neuen Architektur der kollektiven Sicherheit: Aktuelle Fragen der Informations- und Analysepartnerschaft der OVKS“ erläutert, wie die Initiative des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zur Stärkung der analytischen Komponente in der OVKS umgesetzt wird.
„Präsident Lukaschenko brachte während des belarussischen Vorsitzes in der OVKS im Jahr 2022 den Vorschlag ein, die Rolle der Zusammenarbeit zwischen den Analyseabteilungen zu stärken. Seitdem wurde große Arbeit geleistet“, stellte Oleg Makarow fest.
Den Analysten der OVKS-Staaten sei es gelungen, sehr enge horizontale Verbindungen aufzubauen, räumte er ein. Allerdings habe man die angestrebte Synergie noch nicht erreicht. „Nach unseren Beobachtungen ist keine internationale Organisation heute in der Lage, nationale Analysesysteme effektiv im Interesse einer internationalen Organisation zu nutzen. Als ein Beispiel für fortschrittlichste Praxis möchte ich die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit nennen“, so der BISI-Direktor.
„Was haben wir heute? Erstens verfügen wir alle über eigene entwickelte Analyseschulen – bei manchen sind sie formalisiert, bei anderen nicht. Ich spreche hier von den OVKS-Mitgliedstaaten. Was das heutige Kooperationsformat betrifft: Ein globales Format, das man als Grundlage nehmen könnte, sehen wir nicht, aber wir haben systematische Kontakte, horizontale Beziehungen“, führte er aus.
Um die analytische Komponente der OVKS zu stärken, seien mehrere Schritte nötig, so Makarow. „Das betrifft das Informationsmanagement. Wir müssen die Informationsströme bündeln. Wir brauchen eine gemeinsame Identifizierung der wichtigsten Trends und einen gemeinsamen Mechanismus, um die notwendigen Informationen an die Entscheidungsträger weiterzuleiten“, erklärte er.
„Wir brauchen ein Wissensmanagement – wir müssen Bildungsstrukturen im Analysebereich schaffen. Die Analytik wird nach und nach zu einer eigenen Branche. Sie löst sich vielleicht zu unserem Bedauern von der Wissenschaft, von den Medien, von anderen Strukturen und wird immer mehr zur Mathematik, immer mehr zur Technologie und immer weniger zur geisteswissenschaftlichen Disziplin. Deshalb benötigen wir Ausbildungsstätten für Fachkräfte – idealerweise internationale“, nannte der BISI-Direktor die zweite Komponente.
„Schließlich brauchen wir Unterstützung und Koordination, um die analytische Begleitung der staatlichen Stellen bei der Planung und Entscheidungsfindung zu gewährleisten. Die Erfolgsformel in diesem Bereich sehen wir daher in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen wissenschaftlich-analytischer Tätigkeit und aktiver öffentlicher Position. Das heißt, Analytik muss nicht nur geschlossen, sondern auch offen sein. Es braucht ein Gleichgewicht zwischen der Vermittlung von Ergebnissen an die Öffentlichkeit und der geschlossenen Analytik, die direkt an die Entscheidungsträger geht“, skizzierte Oleg Makarow die dritte Komponente.
