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06 Mai 2026, 09:00

Die Jugend vergisst nicht: In Baranowitschi startet das landesweite Projekt „Flamme des Sieges“ 

Foto: Partei „Belaja Rus“
Foto: Partei „Belaja Rus“
BREST, 6. Mai (BelTA) – In der Gedenkstätte „Urotschischtsche Gai“ in Baranowitschi hat am 5. Mai eine Requiemkundgebung anlässlich des 81. Jahrestages des Großen Sieges stattgefunden. Das zentrale Ereignis der Veranstaltung war die Präsentation des neuen landesweiten patriotischen Projekts „Flamme des Sieges.“

An der Aktion nahmen die Leitung der Partei „Belaja Rus“, mehr als 200 Vertreter des Sekretariats, der Minsker und Baranowitschi-Stadtabteilungen, der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Slowakischen Republik in der Republik Belarus, Jozef Migaš, sowie Aktivisten der Jugendbewegung „Iskra“ (dt. Funke) teil. Die Teilnehmer legten Blumen am zentralen Denkmal nieder und entzündeten Öllampen zum Gedenken an die dreitausend Menschen, die hier 1942 erschossen wurden.

„Wir sind gekommen, um der Opfer dieser schrecklichen Zeit zu gedenken. Sie haben mit ihrem Leben den Frieden auf belarussischem Boden erkämpft. Ich wünsche mir, dass jeder den Kopf neigt und sich an die Ereignisse von 1941–1945 erinnert“, sagte die Vorsitzende der Partei „Belaja Rus“, Olga Tschemodanowa.
In den ersten Jahren des Großen Vaterländischen Krieges ereigneten sich in Baranowitschi Massenexekutionen nicht nur von Einheimischen – die Besatzer brachten Häftlinge aus verschiedenen Ländern in die Stadt. Zeitzeugen erwähnten Bürger Polens, Österreichs, doch die meisten Gefangenen stammten aus der damaligen Tschechoslowakei. Im Sommer 1942 wurden drei Transporte aus dem tschechoslowakischen Konzentrationslager Theresienstadt geschickt. Bis Wolkowysk wurden sie in „Eilzugwaggons“ transportiert, dort in gedeckte Güterwaggons umgeladen. Einer der Transporte erreichte den Bahnhof Baranowitschi; die Häftlinge wurden aus der Stadt gebracht und dort ermordet. An der Stelle der Massenhinrichtung wurde am 24. Juni 1972 die Gedenkstätte „Urotschischtsche Gai“ eröffnet. An der Mauer befindet sich eine Gedenktafel aus schwarzem Marmor mit Inschriften auf Russisch und Tschechisch: „Zum ehrenden Gedenken an die tschechoslowakischen Brüder“ sowie ein Myrtenzweig – ein Symbol des ewigen Gedenkens. Vor der Mauer liegt eine Betonplatte mit den Worten: „Hier wurden im Juni 1942 die deutsch-faschistischen Eroberer dreitausend Bürger der Tschechoslowakei brutal erschossen.“

„Ich sage ganz offen: Ich bin zum ersten Mal hier, obwohl ich bereits 7-8 Jahre in Belarus lebe. Und es ist mir peinlich. Wissen Sie warum? Weil ich längst hierher hätte kommen und dieses Ereignis, diese Geschichte hätte studieren müssen. Ich bin sehr froh, heute hier zu sein. Wenn wir den Tag des Sieges feiern, müssen wir offen sagen, dass hier auch Slowaken und Tschechen ums Leben kamen. Schreckliche Ereignisse. Furchtbar. All diese Tatsachen sind sehr wichtig. Damit wir nicht denken, dass alles vorbei ist“, betonte der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Slowakischen Republik in der Republik Belarus, Jozef Migaš.
Der Höhepunkt der Requiemkundgebung in „Urotschischtsche Gai“ war die Präsentation des neuen patriotischen Projekts „Flamme des Sieges“, das in allen Regionen des Landes stattfinden wird – auf den zentralen Straßen der Städte, in Einkaufszentren, Parks und Grünanlagen. Junge Parteimitglieder in Militäruniform werden die Bürger zum Feiertag beglückwünschen und Postkarten mit einem QR-Code verteilen, der zu einer interaktiven Karte „Route des Patrioten“ mit historischen Objekten führt. Eine Fotoinitiative mit dem Hashtag #FlammeDesSieges wurde gestartet. Wie es bei „Belaja Rus“ hieß, ist die Requiemkundgebung in „Urotschischtsche Gai“ nicht nur eine Tradition: Heute ist es wichtiger denn je, dass die Jugend nicht nur die Daten kennt, sondern auch die Verbundenheit mit der großen Heldentat spürt. Das Projekt „Flamme des Sieges“ gibt jedem die Möglichkeit, Teil eines lebendigen Dialogs über den Heroismus zu werden, die eigene Erinnerungsfunke zu entzünden und sie weiterzutragen.
Jan Ostroschinski, Mitglied des Minsker Stadtstabs von „Iskra“, betonte, dass das Projekt für die Jugend wichtig sei, da es die historische Erinnerung bewahre.
Foto: „Belaja Rus“
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