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14 Mai 2026, 15:43

Digitalisierung und Arzneimittelversorgung. Welche Erfahrungen im Gesundheitswesen Belarus und Russland teilen können

MINSK, 14. Mai (BelTA) – Die Sitzung des ständigen Seminars bei der Parlamentarischen Versammlung der Union Belarus-Russland zu Fragen des Aufbaus des Unionsstaates zum Thema „Aufbau und Entwicklung des modernen Gesundheitssystems in der Republik Belarus und in der Russischen Föderation. Errungenschaften und aktuelle Probleme“ findet am 14. und 15. Mai in Minsk statt. Sie wird im Rahmen des internationalen Medizinforums „Gesundheitswesen von Belarus“ organisiert.

Bei der Eröffnung der Veranstaltung teilte der Vorsitzender der Kommission der Parlamentarischen Versammlung für Gesundheitswesen, Vorsitzender der Ständigen Kommission für Gesundheitswesen, Körperkultur, Familien- und Jugendpolitik der Repräsentantenkammer der Nationalversammlung von Belarus, Waleri Malaschko, mit, dass eine vergleichende Analyse der Rechte der Bürger beider Länder auf medizinische Versorgung durchgeführt wurde. Auf der Grundlage dieser Arbeit bestätigten die Gesundheitsministerien von Belarus und Russland, dass die Rechte der Bürger im Großen und Ganzen gleich sind.

Der Parlamentarier hob drei Blöcke für die Diskussion im Seminar besonders hervor. Ersten: rechtliche Regelung der medizinischen Tätigkeit und soziale Unterstützung der Medizinarbeiter (unterschiedliche Ansätze zur Vergütung, Arbeitsbelastung, Renten in den beiden Ländern). Zweiten: Digitalisierung des Gesundheitswesens: Erfahrungsaustausch bei der Schaffung einheitlicher Informationssysteme sowie die Perspektive eines gemeinsamen digitalen Medizinraums des Unionsstaates. Dritten: Personalfrage und Gewinnung von Nachwuchskräften.

„Natürlich gibt es heute sehr viele Fragen im Bereich der Zugänglichkeit der medizinischen Versorgung. Es gibt Dinge, die sie in dieser Hinsicht den Bürgern unserer Länder näherbringen. Und an erster Stelle steht dabei die Frage der Digitalisierung. Und dabei schauen wir weitgehend auf die Erfahrungen der Russischen Föderation“, sagte Waleri Malaschko gegenüber Journalisten. Er bemerkte, dass die Digitalisierung es ermöglicht, das Gesundheitssystem zu stärken, seine materiellen und personellen Ressourcen rationeller zu nutzen und die medizinische Versorgung für die Bürger zugänglicher zu machen.

Im Gegenzug ist Russland an den Erfahrungen von Belarus im Bereich der Versorgung des Gesundheitswesens mit einheimischen Arzneimitteln interessiert. „Heute verwenden wir mehr als 80 Prozent der Arzneimittel, die wir in unserem nationalen Segment herstellen, bei der stationären Versorgung. In dieser Hinsicht können wir also ebenfalls unsere Erfahrungen teilen“, machte Waleri Malaschko aufmerksam. Seinen Worten nach ist dieses Thema für eine der Sitzungen der von ihm geleiteten Kommission der Parlamentarischen Versammlung geplant.

Mit Blick auf die Ausbildung von Fachkräften betonte der Parlamentarier, dass es sowohl in Belarus als auch in Russland einen Mangel an medizinischem Personal gebe. Seiner Meinung nach sind eine systematische Berufsberatung ab der Schule sowie die aktive Einbindung der Jugend in die Forschungsarbeit notwendig. Ebenfalls sinnvoll sei die Diskussion über die Möglichkeit der Verabschiedung von modellhaften gesetzlichen Normen des Unionsstaates im Bereich des Gesundheitswesens.

Im Laufe der Sitzung werden die Teilnehmer ihre Meinungen zu einer breiten Palette von Fragen austauschen, darunter Aufbau und Entwicklung moderner Gesundheitssysteme in Belarus und Russland, aktuelle Probleme der rechtlichen Regelung der medizinischen Tätigkeit im Unionsstaat, sozialrechtlicher Schutz der Medizinarbeiter, Digitalisierung des Gesundheitswesens, Rolle von Nachwuchskräften und Wissenschaftlern sowie vielversprechende Richtungen der Zusammenarbeit der beiden Länder im Bereich der digitalen Medizin. Neben den Plenarsitzungen umfasst das Programm des Seminars auch einen praktischen Teil: den Besuch der Belarussischen Staatlichen Medizinischen Universität, des Minsker Wissenschaftlich-Praktischen Zentrums für Chirurgie, Transplantologie und Hämatologie sowie der Fachausstellung „Gesundheitswesen von Belarus“.

Das ständige Seminar bei der Parlamentarischen Versammlung der Union Belarus-Russland zu Fragen des Aufbaus des Unionsstaates wurde auf Initiative der Unionsparlamentarier im Jahr 2006 ins Leben gerufen. Traditionell versammelt das Seminar Vertreter der wissenschaftlichen Kreise von Belarus und Russland. Das Format der Veranstaltung bietet die Möglichkeit, aktuelle Fragen der Zusammenarbeit zwischen Belarus und Russland im Rahmen des Unionsstaates detailliert zu erörtern.

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