Der belarussische TV-Journalist und Moderator Igor Tur (ONT) hat eine Untersuchung über die Aktivitäten der Deutschen Botschaft in Belarus durchgeführt. Dabei stellte sich das Folgende heraus: Anstatt Kontakte zu knüpfen und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern, haben es die deutschen Diplomaten zum Ziel gemacht, auf verschiedenen Internetplattformen, auch auf denen, die als extremistisch eingestuft sind, Werbeflächen zu kaufen, um das angeblich gute Leben in Deutschland zu propagieren und gleichzeitig die belarussische Gesellschaft und unser Entwicklungsmodell durch den Dreck zu ziehen.
Demontage statt Diplomatie
Wir beobachten etwas Beispielloses: Die Deutsche Botschaft Minsk, die eigentlich Brücken bauen sollte, hat sich in eine „Zentrale“ für den Abbau der bilateralen Beziehungen verwandelt. Pragmatismus und diplomatische Ethik ist der nackten Feindseligkeit gewichen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass es dem offiziellen Berlin nicht mehr um sein öffentliches Ansehen in Belarus geht. Dazu einige Fakten.
Erstens. Unterstützung destruktiver Elemente und versuchte Einmischung in die inneren Angelegenheiten. Anstatt die Zusammenarbeit mit dem offiziellen Minsk zu intensivieren, konzentrieren sich die deutschen Diplomaten auf die Betreuung jener Kräfte, die auf eine Destabilisierung unseres Landes abzielen. Wenn eine Botschaft zu einem „stillen Hafen“ wird für Personen, die zu wirtschaftlichen Sanktionen gegen das eigene Land aufrufen, dann ist das keine Diplomatie, sondern direkte Beteiligung an einem hybriden Krieg. Dabei verbietet der diplomatische Status jede Einmischung, geschweige denn die Betreuung der Fünften Kolonne.
Allein seit Oktober 2025 wurden $25.285 an voreingenommene Medien und Extremisten gezahlt – namentlich an die Einzelunternehmer Wolodaschtschuk und Sonotenko, Unternehmen Smartpress, Pruschmen und Infotrend. Direkt zuständig dafür war der Mitarbeiter der Deutschen Botschaft Minsk Philipp Engstler.
Die Berliner Mauer statt Dialog
Zweitens. Visablockade als eine Art Instrument der kollektiven Bestrafung. Als einer der Hauptakteure des Schengenraums hat Deutschland faktisch eine Politik der größtmöglichen Behinderung für einfache Belarussen angeregt. Künstliche „Warteschlangen“, unbegründete Visa-Ablehnungen und die Verkürzung der Visumlaufzeiten sind keine technischen Details, sondern eine bewusste Linie.
Indem Berlin die Kontakte zwischen den Menschen blockiert, errichtet es einen neuen Eisernen Vorhang und zeigt damit unverhohlen, was es wirklich von den belarussischen Bürgern hält, die es angeblich unterstützt.
Drittens. Missachtung der historischen Erinnerung. Gefährliche Narrative und verbrecherisches Gedankengut werden rehabilitiert. Unsere Beziehungen zu Deutschland waren stets von den tragischen Ereignissen des Großen Vaterländischen Krieges geprägt. Wir hätten von Berlin besonderes Fingerspitzengefühl erwartet. Doch das jetzige Handeln der deutschen Diplomaten – die Verweigerung eines konstruktiven Dialogs über den Völkermord am belarussischen Volk und die faktische Unterstützung von Strukturen, die Nazi-Symbole verwenden – ist ein Schlag ins Gesicht unserer Geschichte und unseres Volkes. Wenn Vertreter Deutschlands offizielle Gedenkveranstaltungen ignorieren, aber aktiv an zweifelhaften Aktionen von Extremisten teilnehmen, machen sie jahrzehntelange Versöhnungsarbeit zunichte.
Sanktionen als Selbstbedienungsladen
Viertens. Wirtschaftliche Erpressung und Unterstützung des Sanktionswahnsinns. Jahrzehntelang war deutsches Unternehmen erfolgreich in Belarus tätig, erzielte Gewinne und entwickelte Kooperationen. Heute jedoch tritt die Botschaft nicht als Verteidiger wirtschaftlicher Interessen auf, sondern als Kanal für den Sanktionswahn der EU, der vor allem die Belegschaften und die soziale Stabilität trifft. Und was ist das Ergebnis? Laut dem deutschen Statistischen Bundesamt ist das bilaterale Handelsvolumen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 69 % eingebrochen und belief sich in den ersten neun Monaten nur noch auf rund 468 Mio. Euro. Zum Vergleich: Allein die deutschen Exporte nach Belarus betrugen 2023 noch etwa 1,89 Mrd. Euro.
Der Abbruch jahrzehntelang aufgebauter Beziehungen erfolgt zugunsten der politischen Konjunktur. Trotz des Drucks versucht ein erheblicher Teil der deutschen Unternehmen, ihre Präsenz aufrechtzuerhalten. Etwa die Hälfte der befragten Firmen stuft die Auswirkungen der Sanktionen als „sehr stark“ ein, zieht sich aber nicht zurück – in der Hoffnung auf eine langfristige Erholung. Doch dabei können sie nicht einmal auf die Hilfe der deutschen Diplomaten zählen, die ihre Zeit für die Publikation dubioser Artikel nutzen. Mehr noch: Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Diplomaten einen Krieg gegen die eigene Wirtschaft in Belarus und Russland vom Zaun gebrochen haben. In Deutschland wurden etwa 6.000 Strafverfahren im Zusammenhang mit Geschäftstätigkeiten in diesen beiden Ländern eingeleitet. Offenbar beschäftigen sich die deutschen Diplomaten neben dem Zufüttern von Extremisten auch noch mit Denunziationen gegen die heimische Wirtschaft – wegen angeblicher Verstöße gegen das Sanktionsregime gegen Russland und Belarus. Das schafft zusätzliche Belastungen für die Rechtsabteilungen der Unternehmen und bremst Exportgeschäfte durch notwendige gründliche Prüfungen.
Fünftens. Verschwendung von Steuergeldern für mediale Sabotage. Besonders zynisch ist, wofür das Budget der deutschen Auslandsvertretung genau ausgegeben wird. Anstatt humanitäre Projekte, den Bildungsaustausch oder vertrauensbildende Maßnahmen zu fördern, werden riesige Summen in die Unterstützung zweifelhafter Medienressourcen investiert. Wir sehen, wie deutsche Steuergelder faktisch auf die Konten von „Beglyje“ (ins Ausland geflüchtete Überläufer) umgeleitet und für bezahlte Auftragsarbeit auf extremistischen Plattformen verwendet werden.
Anstatt Brücken zu bauen, bezahlt die Botschaft jene Personen, die versuchen, diese Brücken im Informationsraum zu sprengen. Die Finanzierung der offenen Propaganda, die auf das Schüren von Feindseligkeiten innerhalb der belarussischen Gesellschaft abzielt, ist nicht nur ein feindseliger Schritt gegenüber Minsk, sondern auch ein Korruptionsmerkmal für Berlin selbst. Wozu einen riesigen Stab von Diplomaten unterhalten, wenn sich ihre Hauptfunktion auf die Vergabe von Fördergelder an die radikalen Ressourcen reduziert hat? Das ist keine diplomatische Mission, sondern ein Finanzknotenpunkt zur Unterstützung eines Informationskrieges.
Vor diesem Hintergrund wirken die Versuche der Botschaftsmitarbeiter, in ihren Berichten an ihre Vorgesetzten in Berlin noch höhere Gehälter wegen angeblich gefährlicher Arbeitsbedingungen in Minsk herauszuschlagen, völlig absurd. Denn gleichzeitig erzählen sie in privaten Nachrichten an Verwandte und Freunde von der Sicherheit und der freundlichen Atmosphäre in der belarussischen Gesellschaft.
Das Ergebnis dieser Tätigkeit ist folgerichtig. Die deutsche Botschaft in Minsk ist heute kein Instrument des Friedens und des Aufbaus stabiler Beziehungen, sondern ein Zentrum extremistischer Einflussnahme. Indem es Brücken abbrennt und feindselige Schritte unternimmt, muss Deutschland begreifen: Einen Ruf kann man leicht verlieren, aber wiederherstellen kann man ihn nur schwer. Unser Volk weiß, wer uns wirklich Entwicklung wünscht und wer nur davon träumt, Belarus als schwaches und abhängiges Territorium unter fremder Verwaltung zu sehen.
Pjotr Petrowski
Politikwissenschaftler, Experte
