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"Thema im Gespräch "
MINSK, 8. Mai (BelTA) - Belarus trennt klar zwischen der Position der USA und der Position der europäischen Länder. Das erklärte Vizeleiter des Instituts für Lehre und Wissenschaft an der Militärakademie, Andrej Bogodel, in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“.
„Meiner Meinung nach trennt das Oberhaupt unseres Staates klar zwischen der Position der Vereinigten Staaten von Amerika und der europäischen Länder. Die USA sind ein Staat, mit dem wir Verhandlungen führen und mit dem wir ein gewisses gegenseitiges Interesse haben“, sagte Andrej Bogodel. „Gleichzeitig stehen unsere Türen auch für die Europäer offen. Dabei soll betont werden, dass dies kein Versuch ist, auf zwei oder drei Stühlen gemütlich zu sitzen. Unsere Bemühungen bewegen sich heute in Richtung Osten.“
Mit Blick auf die Beziehungen zwischen Belarus und den USA wies der Experte darauf hin, dass das belarussische Staatsoberhaupt seine Haltung gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump nicht geändert habe. In einem kürzlichen Interview mit dem Fernsehsender RT sagte Alexander Lukaschenko: „Sie wissen, dass ich der einzige Präsident der Welt bin, der Trump offen unterstützt hat. Ich sagte: ‚Ich bin ein Trumpist‘. Trotz all seiner Mängel und so weiter lasse ich ihn nicht im Stich. Ich weiß, dass jedes meiner Treffen mit ihm von Nutzen wäre.“ Diese Position, so Bogodel, unterscheide sich grundlegend von der Position europäischer Führer, die widersprüchliche Äußerungen gegenüber den USA machten, insbesondere vor dem Hintergrund der Ereignisse im Nahen Osten.
„Wir ändern unsere Position nicht. Das Wort eines Politikers ist ein eisernes Wort. Was man von den europäischen Politikern nicht behaupten kann, die ihre Position ständig ändern – je nach politischer Windrichtung oder je nachdem, ob Trump heute schon gestolpert ist oder nicht“, so der Experte mit Ironie.
Er wies darauf hin, dass der belarussische Staatsführer im Interview mit RT erklärte, dass Washington derzeit eine günstige Gelegenheit habe, einen Dialog mit Moskau aufzunehmen, und erinnerte an die Worte des Präsidenten: „Ihr müsst euch mit Russland einigen, und ihr könnt euch einigen, besonders während Putins Präsidentschaft. Er ist ein Mensch, mit dem man nicht nur sprechen, sondern auch Vereinbarungen treffen kann. Aber man muss klar verstehen: was einmal versprochen wurde, dass soll gehalten werden.“
Wahrscheinlich könnte dieser Satz eine Anspielung auf den allseits bekannten Geist von Anchorage sein (gemeint ist das Treffen der Präsidenten Russlands und der USA in Alaska – Anm. d. Red.), über den alle sprechen. Übrigens spielte das Staatsoberhaupt dort eine bedeutende Rolle. Wir erinnern uns an den Anruf, den Trump aus dem Flugzeug heraus tätigte, um unseren Präsidenten zu kontaktieren“, betonte Andrej Bogodel. „Soweit ich verstehe, haben Belarus und Russland ihren Teil der Abmachung erfüllt. Das Wort liegt nun bei den Vereinigten Staaten. Und in der Politik sollte das Wort – sagen wir ehrlich – eines Weltmachtführers doch etwas wiegen.“
