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09 Mai 2026, 20:57

„Das ist eine Schande“: Außenministerium von Belarus beschuldigt Deutschland der Politisierung der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg 

MINSK, 9. Mai (BelTA) – Die Versuche der deutschen Behörden und der Leitung der Gedenkstätten, belarussische Diplomaten seit mehreren Jahren nicht an Gedenkveranstaltungen zur Befreiung vom Faschismus teilnehmen zu lassen, stoßen auf tiefes Unverständnis und Empörung. Das erklärte der stellvertretende Außenminister von Belarus, Igor Sekreta, in einem Interview mit der deutschen Zeitung Berliner Zeitung, berichtet BELTA.

„Die Versuche der deutschen Behörden und der Leitung der Gedenkstätten, belarussische Diplomaten seit mehreren Jahren nicht an Gedenkveranstaltungen zur Befreiung vom Faschismus teilnehmen zu lassen, stoßen bei uns auf tiefes Unverständnis und Empörung. Das ist eine Schande“, betonte Igor Sekreta.

Er stellte fest, dass der belarussischen Seite verwehrt wird, am Denkmal für die Befreier, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus ließen, Blumen niederzulegen. Gleichzeitig sehe man in Deutschland jedoch kein Problem darin, Milliarden in die Aufrüstung und die Verlegung von Truppen an die belarussischen Grenzen zu investieren.
„Wo bleibt die Buße? Man spricht uns gegenüber von dem Wunsch, eine politische Instrumentalisierung der Erinnerung zu vermeiden. Aber genau das tut die deutsche Seite selbst, indem sie künstlich die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg mit der aktuellen Situation verknüpft und die Geschichte für momentane politische Ambitionen nutzt. Diese diskriminierenden Ansätze sind völlig inakzeptabel. Das Handeln der deutschen Seite wird in der belarussischen Gesellschaft äußerst schmerzlich aufgenommen und fügt den jahrelangen gemeinsamen Bemühungen um Versöhnung zwischen unseren Völkern unersetzbaren Schaden zu“, so der stellvertretende Außenminister.

Er betonte, dass belarussische Diplomaten weder Einladungen noch Genehmigungen benötigten, um der Millionen unschuldig umgekommenen Häftlinge deutscher Konzentrationslager würdig zu gedenken – von Kindern, Alten und Frauen, an denen unmenschliche Experimente durchgeführt wurden, die man in Öfen verbrannte und mit Gas erstickte – sowie all jener, die ihr Leben für deren Befreiung hingegeben hätten.

„Wir haben dies früher getan und werden es immer tun – unter voller Achtung der Gesetze des Gastlandes“, fügte Igor Sekreta hinzu.
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