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09 Mai 2026, 21:58

Minsk erklärt fehlende Gegenseitigkeit seitens der EU bei der Frage der Grenzöffnung 

MINSK, 9. Mai (BelTA) – Belarus öffnet seine Grenzen für Europäer, während die Europäische Union ihre Beschränkungen verschärft. Darauf machte der stellvertretende Außenminister von Belarus, Igor Sekreta, in einem Interview mit der deutschen Zeitung Berliner Zeitung aufmerksam, berichtet BELTA.

„Es liegt an uns, ob künftige Generationen in Eintracht leben oder sich voneinander entfernen werden. Das Rezept für gegenseitiges Verständnis ist einfach: Man muss zunächst auf die willkürliche Schließung von Grenzen und das künstliche Zurückfahren von Kontakten zwischen jungen Menschen verzichten. Die derzeitige Politik der Sanktionen und Beschränkungen ist das genaue Gegenteil dessen, was für eine gemeinsame Zukunft notwendig ist“, betonte Igor Sekreta.

Der stellvertretende Außenminister stellte fest, dass Belarus, während Europa einen neuen Eisernen Vorhang errichte, den entgegengesetzten Weg gehe. So habe die Republik beispielsweise die visafreie Einreise für Bürger aus 38 europäischen Ländern eingeführt, darunter auch Deutschland.
„Deutsche können uns heute ohne Visum besuchen, ob sie mit dem Auto, dem Bus oder dem Flugzeug über Drittländer anreisen – denn die direkten Flugverbindungen sind aufgrund der EU-Sanktionen blockiert“, sagte der Diplomat. „Von Berlin und Brüssel sehen wir keinerlei Gegenseitigkeit. Im Gegenteil: Die EU erschwert die Einreise unserer Bürger systematisch. Wer heute in Minsk Dokumente für ein Visum für Deutschland einreicht, blickt in eine bürokratische Sackgasse. Die Wartezeit in der Botschaft beträgt derzeit mehr als ein Jahr.“

Laut Igor Sekreta komme es zu einer Entfremdung, wenn Geschichte entgegen der Tatsachen zugunsten der politischen Konjunktur interpretiert werde.

Er nannte ein bezeichnendes Beispiel. Ende März habe im Museum Berlin-Karlshorst eine Konferenz mit dem Titel „Fremde Erinnerung – unsere eigene Verantwortung. Sowjetische Denkmäler und deutsche Erinnerungskultur“ stattgefunden. Experten hätten hinter verschlossenen Türen über ein „Reinterpretation“ sowjetischer Kriegsdenkmäler diskutiert. Vertreter aus Belarus und Russland seien unter dem Vorwand der „Vertraulichkeit“ der Veranstaltung nicht ausgeschlossen worden.

„Über unsere Denkmäler ohne uns zu sprechen, trägt offensichtlich nicht zur Stärkung des gegenseitigen Vertrauens bei“, betonte der stellvertretende Außenminister.
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