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Gesellschaft
05 Mai 2026, 16:56

„Damit die Menschen nicht zu Biorobotern werden“: Fursow kommentiert historische Parallelen von Krisenzeiten

MINSK, 5. Mai (BelTA) – Im 21. Jahrhundert findet der Kampf nicht nur um eine neue sozialwirtschaftliche Ordnung, sondern auch darum, dass die Menschen nicht zu Biorobotern werden. Diese Meinung äußerte der russische Historiker und Direktor des Instituts für Strategische Analysen, Andrej Fursow, in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“. In seinen Ausführungen kommentierte er die Besonderheiten der aktuellen historischen Periode im Vergleich zu anderen Phasen in der Geschichte.
Dabei zog der Historiker mehrere Parallelen. „Wenn man die heutige Situation mit den 1920er-Jahren vergleicht, so erlebte der Kapitalismus damals eine strukturelle Krise. Der reife Kapitalismus verwandelte sich langsam in den Spätkapitalismus, dem noch 70 Jahre bevorstanden. Die heutige Krise hingegen ist systemisch, es ist eine Krise des Systems. In dieser Hinsicht sind Parallelen zum 15./16. Jahrhundert weitaus interessanter, als der Feudalismus in Europa in einer Krise steckte und als der Römischen Reich zusammenbrach“, so der Historiker.

Besonders interessant seien, so der Analyst, die Parallelen zum Untergang des Römischen Reiches. „Denn sowohl damals als auch heute hat sich das ethnische Gesicht des Imperiums verändert. Das Römische Reich wurde während der Völkerwanderung von Migranten überflutet – aber es war der Austausch einer weißen Population gegen eine andere weiße Population. Heute kommen nach Europa Menschen aus Afrika, aus dem Nahen Osten – Vertreter eines anderen religiösen Systems, eines anderen ethnischen Systems. Das ethnische Gesicht verändert sich“, betonte der Redner.

Eine weitere Parallele sei der Verfall der Institutionen. Das war beim Untergang des Römischen Reiches der Fall, es ist auch heute im Westen der Fall. „Allerdings war jene Krise lokal – eine mediterran-europäische –, während die heutige Krise weltweites Ausmaß hat. Hier ist die Krise bei Weitem schärfer“, sagte er.

Darüber hinaus hob der Redner das Bestreben hervor, die biologische Natur des Menschen zu verändern. „Niemand von denen, die die Sklaverei durch den Feudalismus oder den Feudalismus durch den Kapitalismus ablösten, hegte solche Gedanken wie die heutigen Ultraglobalisten – die biologische Natur des Menschen zu verändern. Das ist einer der gravierendsten Unterschiede. Und in dieser Hinsicht ist der soziale Kampf, der sich im 21. Jahrhundert entfaltet, nicht nur einer um eine neue sozialwirtschaftliche Ordnung, sondern auch darum, dass die Menschen biologisch Menschen bleiben und nicht zu Biorobotern werden. Und hier gilt es, bis zum Äußersten standzuhalten“, betonte er.

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