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05 Mai 2026, 14:14

Historiker: Wer und warum bremste den wissenschaftlich-technischen Fortschritt? 

MINSK, 5. Mai (BelTA) - Wer und warum bremste bereits im 20. Jahrhundert den wissenschaftlich-technischen Fortschritt? Darüber erzählte der russische Historiker und Direktor des Instituts für Strategische Analysen, Andrej Fursow, in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“.
Wie der Experte erzählte, seien solche innovativen Dinge wie Computer, Mobiltelefon und Internet bereits in den 1930er- und 1940er-Jahren erfunden worden. „Es ist ein belegter Fakt, dass in den 1960er- und 1970er-Jahren sowohl die westlichen Eliten als auch die sowjetische Nomenklatur den wissenschaftlich-technischen sowie den industriell-wirtschaftlichen Fortschritt ganz bewusst gebremst haben. Denn eine weitere unkontrollierte Entwicklung dieses Fortschritts hätte zur Entstehung sozialer Gruppen geführt, die innerhalb der Sowjetunion hätten herausfordernd auftreten können – und dasselbe galt für den Westen“, so Fursow.

Laut dem Analysten sei es kein Zufall, dass Ende der 1960er-Jahre der Club of Rome gegründet worden sei. „Gegründet haben ihn Amerikaner, Westeuropäer und sowjetische Vertreter. Und dieser Club stellte sich sofort die Aufgabe des Nullwachstums der Wirtschaft – sprich: der wirtschaftliche Fortschritt sollte gebremst werden. Die Wachstumsraten der Produktion sanken, die Arbeitsproduktivität nahm ab“, führte er aus.

Andrej Fursow wies zudem darauf hin, dass die genannten Innovationen – Computer, mobiles Internet und Telefone – mit einer Verschärfung der sozialen Kontrolle über den Menschen verbunden seien. „Alle Innovationen ermöglichen es, den Menschen intensiver zu kontrollieren. Es gab die zweite und die dritte industrielle Revolution. Dann kam Klaus Schwab auf die Idee der vierten industriellen Revolution, wofür er kritisiert wurde mit dem Hinweis, dass es bei den Wachstumsraten der Weltwirtschaft in den 2000/2010-er Jahren überhaupt keine industriellen Revolutionen geben könne. Schwabs Antwort veränderte vollständig das Verständnis davon, was die Ultraglobalisten unter einer industriellen Revolution verstehen. Er sagte: ‚Die ersten drei industriellen Revolutionen – das ist, was ihr mit der Welt macht. Die gegenwärtige industrielle Revolution – das ist, was die Welt mit euch macht.‘ Tatsächlich geht es den Ultraglobalisten heute nicht um eine industrielle Revolution, sondern um Veränderungen, die die biologische Natur des Menschen verändern und sie an das neue postkapitalistische System anpassen“, erklärte er.

Das sowjetische System hingegen, so der Historiker, habe einen neuen Menschen schaffen wollen, ohne dessen biologische Natur zu verändern – durch die Erziehung zu hohen Idealen. „Bei den Ultraglobalisten ist die Idee eine andere, die biologische Natur des Menschen zu verändern. Nicht zufällig hieß es, die Evolution des Menschen sei beendet und die Ära des Transhumanismus breche an. Das bedeutet: Es wird Übermenschen geben und eine biologische Masse, die in der virtuellen Welt leben wird. Und der Mensch wird darin existieren wie in einer Art Ghetto. Dabei ist das Ghetto nach den Plänen der Ultraglobalisten kein bestimmtes Territorium, das von etwas umgrenzt ist. Es ist eine virtuelle Welt, in der der Mensch sitzen wird und in der es ihm gut gehen wird“, betonte Andrej Fursow.
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