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Gesellschaft
05 Mai 2026, 18:56

Sind Krisenzeiten die Norm? Ein Historiker über Resilienz in Umbruchphasen

MINSK, 5. Mai (BelTA) – Der russische Historiker und Direktor des Instituts für Strategische Analysen, Andrej Fursow, äußerte sich in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ dazu, wie sich der einfache Mensch in Übergangsphasen inmitten globaler Veränderungen und der Neuordnung der Welt verhalten sollte.

Andrej Fursow erklärte, ihm würden am häufigsten zwei Fragen gestellt: wie der einfache Mensch in der heutigen Realität zurechtkomme und wie es um die Bildung der Kinder steht. „Lew Tolstoi hat in seinem Roman ‚Krieg und Frieden‘ eine wichtige Passage geschrieben. Der Autor beschreibt, wie der Krieg gegen Napoleon tobt, während das Leben - das einfache Leben - weitergeht: Menschen werden krank, heiraten, sterben und so weiter. Natürlich geht das Leben weiter. Auf jeden Fall müssen wir auch in Krisensituationen weiterleben“, betonte er.

Laut dem Analysten müssen Kinder auf ein Leben in einer deutlich härteren und komplexeren Welt vorbereitet werden. „Es gibt einen bekannten Grundsatz: Traue nicht, fürchte dich nicht, bettle nicht. Ich denke, das Wichtigste für uns alle ist, unseren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen und sie geistig wie körperlich auf solche Zeiten vorzubereiten. Es ist entscheidend, dass sie bereit sind und verstehen, dass Krisen im Grunde der Normalzustand sind“, sagte Andrej Fursow.

Der Historiker merkte außerdem an, dass es in der europäischen Geschichte nur wenige ruhige Phasen gegeben habe; alles andere sei eine Krise.

„Wir sind in einer Zeit ohne Krisen aufgewachsen. Unsere Kinder werden jedoch in Krisenzeiten leben müssen. Mehr noch: Krisenzeiten sind viel häufiger die Norm als friedliche Zeiten. Der berühmte Geopolitiker und Dichter Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew schrieb: ‚Gesegnet ist, wer diese Welt in ihren schicksalhaften Augenblicken besucht hat.‘ Auf keinen Fall dürfen wir aufgeben. Und wir müssen so leben, dass wir weder unsere Vorfahren beschämen noch uns vor unseren Nachkommen schämen müssen“, schloss Andrej Fursow.
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