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23 Februar 2026, 12:43

Die Verteidigung des Vaterlandes ist Familiensache. Wie sich drei Generationen einer Familie dem Militärdienst verschrieben haben

Der Militärdienst war zu allen Zeiten eine Angelegenheit von besonderer Bedeutung und hoher Verantwortung. Es ist nicht nur ein Beruf, sondern ein Lebensstil. Er erfordert große Hingabe, Disziplin und bedingungslose Treue gegenüber dem Eid. Militärdynastien sind längst zum lebendigen Faden geworden, der Traditionen und Erfahrungen früherer Generationen von Verteidigern des Heimatlandes und des heutigen Militärs verbindet. Am Tag der Verteidiger des Vaterlandes und der Streitkräfte der Republik Belarus sprachen wir mit Alexej Ljaschenko, Stabschef des Panzerbataillons der 120. separaten mechanisierten Gardebrigade. Er ist Offizier in der dritten Generation. In seiner Familie spiegelt sich die Geschichte unserer Heimat wider: Vom Großen Vaterländischen Kriege über die Erlangung der Souveränität bis hin zum Schutz des modernen Belarus...

Alles fing mit Wiktor Kiritschenko an – Alexejs Großvater mütterlicherseits. Als der Große Vaterländische Krieg begann, war er 2 Jahre alt und lebte mit seiner Familie im Umkreis Marjina Gorka. Wiktor Petrowitsch erzählte später seinem Enkelsohn, wie die Nazis ihn und andere Menschen aus dem Dorf auf Pferdewagen zum Bahnhof brachten, um sie in das Dritte Reich zu deportieren. „Unterwegs konnte der Großvater entfliehen. Drei Tage saß er am Fluss und hatte Angst, das Versteck zu verlassen. Er dachte, man würde ihn fangen. Oft musste er im Fluss untertauchen und durch einen Strohhalm atmen. Später haben ihn unsere Bekannten entdeckt und bei sich geborgen. So konnte er am Leben bleiben“, erzählt Alexej Ljaschenko. 

Die Kriegsjahre haben das Kind stark beeinflusst, und er beschloss, sein Leben mit der Armee zu verbinden. Wiktor Petrowitsch wurde 1958 Militärkadett. Er diente in der Armee bis 1987, auf verschiedenen Posten – Chef einer Rundfunkstation, Zugführer, Kommunikationschef der Division, stellvertretender Stabschef usw. Er beendete seinen Dienst als Leiter der Mobilisierungsabteilung der 8. Panzerdivision.

Auch Alexander Ljaschenko, Alexejs Vater, wollte sein Leben dem Dienst am Vaterland widmen. Er besuchte die Suworow-Militärschule und wurde 1989 Kadett an der Höheren Panzer-Kommandoschule in Charkow. Diese Schule beendete er 1993. Er diente als Panzerkommandeur, bekleidete mehrere Posten und schloss seinen Dienst 2023 ab als stellvertretender Leiter eines Büros im Generalstab der Streitkräfte der Republik Belarus.

Der kleine Alexej musste zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester oft umziehen, weil der Vater an verschiedenen Orten den Dienst leistete. „Aus unserer Heimat Marjina Gorka zogen wir nach Saslonowo, von dort nach Bobruisk und kehrten dann nach Marjina Gorka zurück. Deshalb habe ich meine Kindheit sozusagen im Vaters Panzer verbracht. Der Vater konnte aber streng zwischen Beruf und Familie trennen. Zu Hause war er kein Soldat, sondern ein gewöhnlicher Vater“, bemerkt Alexej Ljaschenko. 

Als Kind besuchte der zukünftige Offizier seinen Vater auf der Arbeit, besuchte mit ihm Übungsgelände. Darüber hinaus war Alexej von der Romantik des Kadettentums angezogen, dem Militärdienst, von dem er aus Büchern und Filmen erfuhr. „Als ich groß genug war, beschloss ich, an die Minsker Militärschule zu gehen. Mein Vater bestand nicht darauf. Er sagte, das sei ausschließlich meine Entscheidung. Ich habe eine bewusste Entscheidung getroffen“, erinnert sich der Stabschef des Bataillons.

Die Suworow-Militärschule war kein leichtes Unterfangen, gibt er zu. „Ich bin mit 12 Jahren dorthin gegangen. Es war schwer, sich an die Ordnung und militärische Disziplin zu gewöhnen. Aber mein Interesse ließ nicht nach. Ich habe an der Militärschule viele Freunde getroffen. Wir haben einen guten Kontakt miteinander“, betonte der Offizier.

Nach dem Abschluss der Suworow-Schule 2015 ging Alexej an die Militärakademie der Republik Belarus. Für sich selbst wählte er einen Beruf im Bereich Management von Panzereinheiten. „Das war eine leicht Wahl. Mein Vater und sein Bruder waren Panzerfahrer. Ich habe ständig Panzer gesehen, und ich dachte gar nicht daran, etwas anderes studieren zu wollen. Mein Vater scherzt manchmal, dass wir in unserer Familie eine dreiköpfige Panzerbesatzung haben: ich, er und sein Bruder“, lacht Alexej.

Im Jahr 2019 absolvierte Alexej Ljaschenko die Militärakademie und kam in die 120. separate mechanisierte Gardebrigade. In den vergangenen Jahren hat er den Weg vom Kommandanten des Panzerbataillons zum Stabschef des Panzerbataillons zurückgelegt. Von seinen Untergebenen verlangt Alexej Ljaschenko eine qualitative Ausführung von Amtspflichten. „Der Soldat muss die gestellten Aufgaben erfüllen und seine beruflichen Fähigkeiten ständig verbessern. Mechaniker sollen zum Beispiel alle Eigenschaften des Panzers kennen, sie sollen den Panzer bedienen können. Wir helfen den Soldaten immer. Wir zeigen am eigenen Beispiel, wie man in der jeweiligen Situation handeln soll. Ich bin streng auch zu mir selbst“, betont der Offizier.

Heute dient Alexej Ljaschenko als Stabschef eines separaten Panzerbataillons. „Der Stabschef ist der Kopf des Bataillons. Er denkt darüber nach, wie man das Personal am besten behandeln, ausbilden, ausstatten und verpflegen soll. Ich stelle auch Pläne zusammen für die notwendigen Aktivitäten im Bataillon“, erzählt er. 

Obwohl die Militärwissenschaft nicht stillsteht und sich ständig weiterentwickelt, spricht  Alexej über die große Bedeutung von Panzern auf dem Schlachtfeld. „Panzereinheiten gehören nicht der Vergangenheit an. Panzer können durch ihre Panzerung, Mobilität und Feuerkraft beim direkten Zielen, bei der Arbeit aus geschlossenen Positionen oder bei der Ausführung von artillerieähnlichen Aufgaben dem Feind einen erheblichen Schaden zufügen. Es ist klar, dass sich die Taktik der Anwendung ändert, die Sicherheit der Panzer, aber sie verlieren ihre Relevanz nicht“, ist sich der Offizier sicher.

Er stellt außerdem fest, dass die moderne Armee weniger den Drill, vielmehr die Kampfausbildung in den Mittelpunkt stellt. „90 Prozent der Aktivitäten sind praktischer Natur. Unsere Soldaten über regelmäßig auf dem  Truppenübungsgelände. Das militärische Personal lernt Schießen, Fahren, Zusammenwirken in der Einheit und vieles andere mehr“, betont der Stabschef des Bataillons.

Der Offizier hat eine Frau und eine Tochter. Die kleine Katalina ist 3 Jahre alt. „Selbst mit 3 Jahren weiß sie, wo sie lebt und wer unser Präsident ist. Ich erziehe meine Tochter in Liebe zur Heimat. Ich bringe ihr bei, dass wir schätzen müssen, was wir haben. Schließlich zeichnet sich unser Land durch seine Sicherheit aus, zu jeder Tageszeit kann man hier ruhig durch die Straßen gehen. Die Menschen können in Ruhe lernen, arbeiten, sich verlieben, Kinder großziehen, zuversichtlich sein. Unsere Vorfahren haben dafür Enormes geleistet. Das müssen wir schätzen und bewahren. Ich möchte meine Familie und mein Land verteidigen. Deshalb habe ich diesen Beruf gewählt“, resümierte Alexej Ljaschenko. 
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