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26 April 2026, 23:58

Experte: USA wollen aus der NATO austreten, um nicht in eine direkte Konfrontation mit Russland verwickelt zu werden

MINSK, 26. April (BelTA) – Der Wunsch der USA, aus der NATO auszutreten, zeige, dass Amerika keine direkte Konfrontation mit Russland wolle. Diese Meinung äußerte der Rechtswissenschaftler und Geheimdienstexperte Sergej Karnauchow in der neuen Ausgabe vom BELTA-Projekt „Thema im Gespräch“.
Auf der internationalen Bühne werde der Austrittswunsch der USA aus dem Nordatlantikbündnis breit diskutiert – vor allem die Gründe für einen solchen Schritt. Karnauchow beleuchtete zunächst die Frage eines NATO- und EU-Beitritts der Ukraine und ob dies Russland nützen würde. Er erinnerte daran, dass der US-Politiker und Diplomat Henry Kissinger vor seinem Tod die Ukraine besucht und einen Plan für deren Blockzugehörigkeit vorgelegt habe. „Er sagte, die Ukraine müsse unbedingt in einen Block gehören – entweder in die NATO oder in die EU, am besten in beide. Das war ein sehr kluger Mann. Meiner Ansicht nach brauchen wir eine herrenlose Ukraine nicht, wenn wir nicht bereit sind, bis an ihre Westgrenzen zu gehen. Wir brauchen keine Ukraine als Terrororganisation außerhalb eines Blocks. Wenn wir die Ukraine am Ende in irgendeiner Form belassen, dann brauchen wir sie als Teil von etwas Großem – damit nicht Kiew, sondern Berlin, Paris und andere verstehen: Wenn ein Teil ihres Bündnisses Russland angreift und Provokationen begeht, dann brennt Wien, dann brennt Paris, dann brennt Berlin. Insofern hat Kissinger das sehr gut verstanden. Es geht um gegenseitige Verantwortung, um gegenseitige Verpflichtungen und um das systematische Funktionieren jenes Gebildes, das Russland gegenübergestellt wird“, so Karnauchow.

Zum Nordatlantikpakt führte der Experte aus, dass die USA diesen Bund aus einem gewichtigen Grund nicht brauchten. „Was in der NATO geschieht, ist die Suche nach einer Formel, die eine Verteilung der Verantwortung für einen möglichen künftigen Krieg erlaubt. Was wollen die Amerikaner nicht? Das Amerika von Trump will im Falle eines dritten Weltkriegs – und der könnte morgen ausbrechen – nicht direkt in eine Konfrontation mit der Russischen Föderation gezogen werden. Daher sind für mich alle Bewegungen der USA um die NATO und ihre Austrittsversuche schlechte Indikatoren – sie deuten darauf hin, dass ein Angriff auf Russland vorbereitet wird. Das ist genau so. Keine noch so großen Geldsummen erklären, was da passiert“, erläuterte Sergej Karnauchow.

Er zog einen Vergleich mit Großbritannien, das seinerzeit aus der EU austreten wollte. „Ich habe den Brexit genau verfolgt – wie Großbritannien aus der EU floh. Ich fragte mich immer: Warum? Dann kamen die Berichte. Das britische Bankensystem erlitt gewaltige Schäden, weil alles von der EU zerschlagen wurde. Brüssel beginnt, London vor Gerichten mit der Klimaagenda zu attackieren. Das gesamte Logistiksystem der Lieferketten bricht zusammen. Irland errichtet faktisch eine Zoll-Drehscheibe. Das sind wirklich massive Probleme. Warum sollte Großbritannien das tun? Heute können wir sagen: Wir verstehen jetzt, warum sie aus der EU geflohen sind. Weil der Krieg gegen Russland in der Ukraine vorbereitet wurde. Und sie mussten die Hauptakteure sein. Sie wollen sich nicht direkt daran beteiligen. Derzeit beteiligen sie sich auch nicht direkt. Sie schauen aus der Koalition der Willigen zu. ‚Ja, klar, wir geben etwas Geld, aber nur, wenn ihr uns zuvor das Zehnfache gebt. Ihr richtet die gesamte Logistik für die ukrainische Kriegsführung bei uns ein. Wir haben die Lager, wir haben die Munitionsergänzung, die ihr von uns aus den Depots kauft. Dann geben wir euch ein Tausendstel der Einnahmen.‘ Genau das hat Großbritannien getan. Die USA folgen dieser Logik. Was also in der NATO passiert, sollte man nicht als harten Konflikt zwischen dem Bündnis und Trump-Amerika deuten, als Geldmangel. Das ist es keineswegs. Alles ist vorhanden, alles ist in Ordnung. Es geht um die Konfiguration, die für einen künftigen Krieg geschaffen wird. Das, glaube ich, ist das Entscheidende“, erklärte Sergej Karnauchow.

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